Das "Gardena"-Hochstativ

Auf der Suche nach einem stabilen, noch transportablen Hochstativ,
daß die Lücke zwischem einen Agnos 6m-Stativ und einem MA 681 Einbein ausfüllen sollte,
fand ich eines Tages zufällig in einem Baumarkt eine 2-teilige Gartenbau-Teleskop-Stange von Gardena.
Diese Stange hat eine Vorrichtung zur Aufnahme von Wechsel-Werkzeugen und ist ca. 2m lang.
Durch die innere Teleskop-Stange kann sie bis auf ca. 4m verlängert werden.
(Es gibt, glaube ich, auch ein Version 1,50 / 3m)

"Wie daraus ein Stativ wird"
Unter den Wechselwerkzeugen finden sich welche mit Vollmetall-Zapfen.
Ich habe das billigste Werkzeug dieser Art, so eine Art Schaufel, gekauft.
Ein Schlosser hat mir die Schaufel abgesägt und eine Fotoschraube (3/8) aufgeschweißt.
Der so entstandene Zapfen passt ideal zu meinem Agnos-Ring.
(Aber auch zu anderen Eigen- oder Leichtbaukonstruktionen)
Vor Ort einfach zuerst den Zapfen in den Stativadapter des Ringes eingeschraubt
und das Ganze (mit Kamera) dann in die Werkzeugaufnahme der Stange gesteckt.
Dort läßt sich sich der Adapter mit Hilfe einer Rändelschraube verdreh- und verliersicher festmachen.
Das Stativ ist durch den Höhen-Bereich von 2-4 m ideal für Aufnahmen in Menschenmengen
oder bei Landschaftsaufnahmen, bei denen man ein wenig "Übersicht" haben will.
Dabei ist es (auch ausgefahren) noch recht stabil.
Es eignet sich daher auch für s.g. "Cliffhanger-" oder Vertikal-Panos. Es biegt sich nur wenig durch.
Zum Auslösen arbeite ich mit einer (Funk-) Fernsteuerung.
Zum Ausrichten der Stange habe ich eine Manfrotto Klemm-Libelle montiert.
Bei "Ortswechseln" kann ich die zusammengeschobene Stange mit montierter Kamera
ähnlich einer Angel auf der Schulter tragen.

Ein paar Tipps vielleicht noch (ist den Fotos so nicht zu entnehmen):
das "Ausfahren" mache ich immer in der Senkrechten.
Die innere Stange kann dabei durchaus mal nach oben heraus rutschen!
Den maximalen Auszug sollte man daher unbedingt kennzeichnen.
Die Stange hat unten als Abschluss eine recht harte Kunststoffkappe;
beim Drehen auf harten Untergründen neigt sie deshalb zum "Wandern".
Ein  passender Gummistopfen (Zufallsfund in der Werkzeugkiste) löste das Problem.
Kappe abgesägt, Gummistopfen drauf. Jetzt wandert nichts mehr.

Um bei Vertikal-Panos die Stange leichter drehen zu können, ohne sie seitlich zu verschieben,
habe ich mir aus Möbelrollen eine entsprechende Vorrichtung gebaut.
Die ist quasi noch in der Beta-Phase; erste Versuche sind vielversprechend.

Details sind sicher den Fotos zu entnehmen. Nachbau natürlich auf eigene Gefahr.

Klaus Hilsenbeck
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